Berliner Tafel prüft Vorwürfe gegen Ehrenamtliche - Pressemitteilungen - Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
02.05.2017

Berliner Tafel prüft Vorwürfe gegen Ehrenamtliche

In den vergangenen Wochen sind Vorwürfe gegen LAIB und SEELE-Ehrenamtliche erhoben worden. Fernsehberichten zufolge sollen sie sich unrechtmäßig und übermäßig an Lebensmittelspenden bereichert haben. Die Berliner Tafel nimmt diese Vorwürfe ernst, hat eine Untersuchung eingeleitet und informiert über den aktuellen Stand der Ergebnisse.

Es wurde eine außerordentliche Sitzung des LAIB und SEELE-Beirats einberufen, an der auch der bisherige Leiter der betreffenden Ausgabestelle und die Pfarrerin der zugehörigen Gemeinde teilgenommen haben. Die LAIB und SEELE-Vollversammlung hat sich aufgrund der aktuellen Ereignisse ebenfalls zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen. Der LAIB und SEELE-Beirat besucht umgehend Ausgabestellen, gegen die Vorwürfe erhoben werden. Auch innerhalb der Berliner Tafel wurden die Vorwürfe mit dem Team und den Fahrer*innen thematisiert.

Sabine Werth, Vorsitzende der Berliner Tafel, meint: "Ich bin froh, wenn wir über mögliche Missstände informiert werden und dem nachgehen können. Gleichzeitig bedauere ich, dass sich nun viele unserer Ehrenamtlichen einem Generalverdacht ausgesetzt fühlen. Dabei machen sie eine großartige Arbeit, für die wir ihnen nicht genug danken können."

Grundsätzlich ist festzuhalten:

  • Rund die Hälfte der Ehrenamtlichen, die für LAIB und SEELE arbeiten, ist selbst bedürftig. Sie haben wie alle anderen Bedürftigen die Möglichkeit, mit Lebensmittel-spenden unterstützt zu werden. Sie sollen weder weniger noch mehr erhalten.
  • In allen Ausgabestellen müssen die zuständigen Leitungsteams und die Pfarrer*innen der jeweiligen Kirchengemeinden für die gerechte Verteilung der Spenden und die nötige Transparenz sorgen.
  • LAIB und SEELE hat sich auf Leitlinien (anbei) verständigt. U.a. bei den Beiratsbesuchen, den Regional-Versammlungen und der mindestens einmal jährlich tagenden Vollversammlung wird regelmäßig daran erinnert, dass die Ehrenamtlichen zur Einhaltung der Regeln verpflichtet sind.
  • Die Ehrenamtlichen und Personen in Arbeitsmaßnahmen, die in der Zentrale der Berliner Tafel arbeiten und selbst bedürftig sind, haben ebenfalls die Möglichkeit, mit Lebensmittelspenden unterstützt zu werden. Auch hier gilt, dass sie weder weniger noch mehr Lebensmittel als andere Bedürftige erhalten sollen.
  • Die Fahrzeuge der Berliner Tafel sind schon seit Jahren mit einem GPS ausgestattet, mit dem alle Touren überprüft werden können; Unregelmäßigkeiten bei den Touren führen zum Ausschluss. Die Berliner Tafel hat sich aus diesem Grund bereits von mehreren Fahrern und Beifahrern getrennt.

Zu den RTL-Beiträgen ist festzuhalten:

  • Der Leiter der betreffenden Ausgabestelle hat sein Amt zur Verfügung gestellt, um einen Neustart zu ermöglichen. Ein Team aus drei Ehrenamtlichen hat die Leitung übernommen, die Pfarrerin und die LAIB und SEELE-Koordinatorin der Berliner Tafel unterstützen das Team.
  • Sabine Werth, Vorsitzende der Berliner Tafel; Antje Trölsch, Geschäftsführerin der Berliner Tafel, ein Beirats-Mitglied und die LAIB und SEELE-Koordinatorin der Berliner Tafel waren bei der ersten Ausgabe nach der Ausstrahlung vor Ort und haben mit Ehrenamtlichen sowie Kunden*innen gesprochen. Der Beirat steht weiterhin beratend zur Verfügung.
  • In der betreffenden Ausgabestelle arbeiten insgesamt 25 Ehrenamtliche, 17 von ihnen sind bedürftig und können Lebensmittel in einer angemessenen Menge erhalten. Zu ihnen gehören auch der im Film gezeigte Fahrer und der Beifahrer des Transporters.
  • Der Ehrenamtliche, der mit versteckter Kamera gefilmt wurde, wie er als Beifahrer Waren aus dem Transporter zu sich nach Hause brachte, arbeitete bereits zum Zeitpunkt der Ausstrahlung des Beitrags nicht mehr in der Ausgabestelle. Leider hat der Reporter es unterlassen, den Mann zur Rede zu stellen und in den Taschen nachzusehen, was wirklich darin war und ob sich die Warenmenge von der anderer Bedürftiger der Ausgabestelle unterschied.
  • Laut Aussage des bisherigen Ausgabestellenleiters und einiger Ehrenamtlicher war die Tour zur Wohnung des Beifahrers abgesprochen, damit dieser früher zu Hause sein und seinen Sohn betreuen konnte.
  • Weder die Ehrenamtlichen noch der Leiter der Ausgabestelle oder die Pfarrerin bekamen nach den verdeckten Aufnahmen die Gelegenheit zur Stellungnahme.
  • Bei der außerordentlichen LAIB und SEELE-Vollversammlung hat das Gremium beschlossen, die Abläufe in den Ausgabestellen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.
  • Die Berliner Tafel bereitet einen Leitfaden für alle Ehrenamtlichen vor.

„Wir wollen und werden Missstände beheben“, sagt Sabine Werth. Deshalb bittet die Berliner Tafel alle, die Unregelmäßigkeiten beobachtet haben, sich direkt zu melden. In den Ausgabestellen sind zunächst die Leiter*innen und die Pfarrer*innen zuständig. Fühlen sich Beschwerdeführer*innen nicht genügend gehört, so steht ihnen der Beirat von LAIB und SEELE zur Verfügung. Für die Berliner Tafel ist der gewählte und ebenfalls ehrenamtlich tätige Vorstand ansprechbar.

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