Die Bedürftigkeit entscheidet - Pressemitteilungen - Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
22.02.2018

Die Bedürftigkeit entscheidet

Die Essener Tafel hat angekündigt, ab sofort keine weiteren Flüchtlinge für die Lebensmittelausgabe zuzulassen. Neu aufgenommen werden bis auf weiteres nur Menschen mit deutschem Pass. Da die Berliner Tafel sehr viele Anfragen hierzu erhalten hat, nimmt Sabine Werth, Vorsitzende der Berliner Tafel, nochmal Stellung:

Wir in Berlin haben wie alle anderen Tafeln in Deutschland die Grundsätze des Bundesverbandes unterschrieben, darunter auch dieser Satz: „Die Tafeln helfen allen Menschen, die der Hilfe bedürfen.“

Daran halten wir uns und das aus voller Überzeugung.

In Berlin gibt es 45 LAIB und SEELE-Ausgabestellen, in denen pro Monat rund 50.000 Menschen Lebensmittel erhalten. Bei der Aufnahme der Kund*innen wird lediglich die Bedürftigkeit der Menschen überprüft, nicht deren Nationalität. Die Bedürftigkeit kann unter anderem anhand von ALG II-, Renten-, Grundsicherungs-, BaFöG- oder auch Asylbewerberleistungsbescheiden belegt werden.

Auch bei der Belieferung sozialer Einrichtungen oder bei unseren Kinder- und Jugendprojekten spielt die Nationalität keine Rolle.

„Der Druck an der Tür muss weg“

Mit Beginn der großen Fluchtbewegung im Herbst/Winter 2015 haben wir einen Anstieg der LAIB und SEELE-Kund*innenanzahl von 46.000 auf 50.000 Menschen pro Monat in den Ausgabestellen festgestellt. Die Gesamtzahl ist seitdem relativ konstant.

Wir wissen von den Ehrenamtlichen, dass es bei den Ausgaben durchaus auch zu Spannungen unter den Kund*innen gekommen ist, auch für die Ehrenamtlichen gab und gibt es belastende Situationen. Die Ausgabestellen haben darauf reagiert, indem sie das Wartesystem modifiziert haben. Eine Kollegin hat es treffend formuliert, als sie meinte „der Druck an der Tür muss weg“.

Viele Ausgabestellen haben ein Losverfahren für die Wartenden eingerichtet, einige sogar ein ausgeklügeltes System, das mit wechselnden Farbzuordnungen feste Zeitfenster für die Abholung regelt. Die Kund*innen wissen, dass sie Bestandteil eines fairen Ablaufs sind.

Keine Bedürftigen erster oder zweiter Klasse

Sollte eine Ausgabestelle trotz allen Engagements an die Grenzen ihrer Kapazität kommen, kann sie einen vorübergehenden Aufnahmestopp aussprechen. Das heißt, dass innerhalb der kommenden Monate keine Neukund*innen aufgenommen werden können. Dieser Aufnahmestopp gilt aber für alle bedürftigen Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität.

Derzeit gilt bei vier (von insgesamt 45) LAIB und SEELE-Ausgabestellen ein Aufnahmestopp.

Abschließend möchte ich nochmal auf unsere Aussage aus dem Januar 2016 verweisen, die für uns nach wie vor Gültigkeit hat: Für die Berliner Tafel gibt es keine Bedürftigen erster oder zweiter Klasse. Wir orientieren unser Handeln an der Mitmenschlichkeit und spielen die Bedürftigkeit der vielen Menschen in Berlin nicht gegeneinander aus.

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