Vorwürfe gegen Ehrenamtliche - Pressemitteilungen - Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
26.04.2017

Vorwürfe gegen Ehrenamtliche

Einem Fernsehbericht zufolge sollen Ehrenamtliche von LAIB und SEELE Lebensmittel unterschlagen haben. Die Berliner Tafel prüft die Vorwürfe.

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Ganz allgemein gilt: Sollten Sie Unregelmäßigkeiten in einer LAIB und SEELE-Ausgabestelle beobachtet haben, können Sie sich gerne an

  • die Leitung der Ausgabestelle
  • die Pfarrerin/den Pfarrer der zuständigen Kirchengemeinde oder den Gemeindekirchenrat/den Pfarrgemeinderat
  • den LAIB und SEELE-Beirat (lus@berliner-tafel.de) wenden.

Der Beirat geht den Vorwürfen nach und hört alle Beteiligten.

Niemand, der sich beschwert, muss Sorge haben, von der Ausgabe ausgeschlossen zu werden.

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Hier informieren wir über den aktuellen Stand unserer Untersuchungen:

Mittwoch, 26. April 2017:

Gestern Abend haben sich die Vertreter*innen der LAIB und SEELE-Ausgabestellen aufgrund der aktuellen Ereignisse zu einer außerordentlichen Vollversammlung getroffen. Das Gremium hat Folgendes formuliert:

"Die LAIB und SEELE-Vollversammlung nimmt die erhobenen Vorwürfe sehr ernst. Die Mitarbeiter*innen sind im Gespräch untereinander, prüfen die Abläufe und werden sie gegebenenfalls verbessern.

Die Vollversammlung dringt darauf, dass die Ehrenamtlichen, die Woche für Woche im Einsatz sind, nicht unter einen Generalverdacht gestellt werden."

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Auch heute ist der LAIB und SEELE-Beirat wieder unterwegs und besucht zwei weitere Ausgabestellen.

Dienstag, 25. April 2017:

Die Vorstandsvorsitzende und die Geschäftsführerin der Berliner Tafel e.V. haben heute die Ausgabestelle besucht, gegen die in den RTL-Beiträgen Vorwürfe erhoben wurden. Auch die LAIB und SEELE-Koordinatorin und eine Beirätin waren anwesend, um das LAIB und SEELE-Team bei der ersten Ausgabe nach Ausstrahlung der Beiträge zu unterstützen. Die Ausgabe verlief ruhig.

Der bisherige Leiter der Ausgabestelle ist in der vergangenen Woche von seinem Amt zurückgetreten, drei Ehrenamtliche haben seitdem die kommissarische Leitung übernommen.

Montag, 24. April 2017:

Aufgrund der aktuellen Ereignisse bereiten wir eine außerordentliche LAIB und SEELE-Vollversammlung vor. Die Vertreter*innen aller 45 Ausgabestellen sind für morgen eingeladen.

Freitag, 21. April 2017:

Unsere LAIB und SEELE-Koordinatorin und ein Vertreter des Beirats besuchen eine weitere LAIB und SEELE-Ausgabestelle.

Donnerstag, 20. April 2017:

Wir haben Meldungen erhalten, in denen auch von Unregelmäßigkeiten in einigen anderen Ausgabestellen berichtet wird. Wir gehen dem nach: Heute und in den kommenden Tagen besuchen LAIB und SEELE-Beiräte die betreffenden Ausgabestellen und machen sich ein Bild vor Ort.

Trotz allem möchten wir nochmal daran erinnern, dass für alle zuallererst die Unschuldsvermutung gilt. Die große Mehrheit unserer Ehrenamtlichen arbeitet integer, zuverlässig und sehr engagiert. Ein Generalverdacht schadet den Menschen und der Sache.

Wir wollen und werden Missstände beheben.

Mittwoch, 19. April 2017:

Das Team und die Leitung der betreffenden Ausgabestelle trifft sich am Nachmittag mit der regionalen LAIB und SEELE-Beirätin und der Leiterin des LAIB und SEELE-Koordinationsbüros von der Berliner Tafel.

Ergebnis:

Der Ausgabestellenleiter ist zurückgetreten. Die Ausgabestelle wird ab sofort kommissarisch von drei Ehrenamtlichen geleitet.

Dienstag, 18. April 2017:

Der LAIB und SEELE-Beirat trifft sich zu einer außerordentlichen Sitzung, die aufgrund der Vorwürfe einberufen wurde. Anwesend sind ebenfalls der Leiter der betreffenden Ausgabestelle, die Pfarrerin der zugehörigen Gemeinde sowie die Vorstandsvorsitzende und die Geschäftsführerin der Berliner Tafel e.V. Der Ausgabestellenleiter nimmt zu den im Fernsehbeitrag erhobenen Vorwürfen Stellung.

Erstes Zwischenergebnis:

Der im Film gezeigte Beifahrer arbeitet mittlerweile nicht mehr für die Ausgabestelle.

Donnerstag, 13. April 2017:

Das RTL-Magazin „Punkt 12“ hat am 12. und 13.04.17 berichtet, Ehrenamtliche einer LAIB und SEELE- Ausgabestelle würden sich unrechtmäßig an den Sachspenden für Bedürftige bereichern. Mittlerweile wissen wir, in welcher der insgesamt 45 Berliner Ausgabestellen sich die Unregelmäßigkeiten ereignet haben sollen und haben entsprechende hausinterne Untersuchungen eingeleitet. Wir stehen in engem Kontakt mit der Leitung und der Gemeinde der betreffenden Ausgabestelle und werden die Vorkommnisse zeitnah klären. Da dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, können wir uns derzeit noch nicht zu diesen konkreten Vorwürfen äußern. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir dazu Stellung nehmen.

Grundsätzlich möchten wir Folgendes anmerken:

Die angeführten Tatbestände stehen im Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen von LAIB und SEELE. Mitarbeiter*innen, die gegen die Leitlinien und Grundsätze verstoßen, werden aus der LAIB und SEELE-Arbeit ausgeschlossen.

Gleichzeitig möchten wir betonen, dass die große Mehrheit der Ehrenamtlichen aufgrund ihrer integren Arbeit Dank und Anerkennung verdient hat. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu der Unterstützung von Bedürftigen.

Mittwoch, 12. April 2017:

Ende März hat uns die Anfrage einer Medienagentur erreicht, in der einigen LAIB und SEELE-Ehrenamtlichen vorgeworfen wird, sich an den Spenden für Bedürftige zu bereichern. Leider wurde uns zunächst nicht die entsprechende Ausgabestelle genannt.

Zum Verständnis der Organisationsstruktur von LAIB und SEELE und der Vollständigkeit halber veröffentlichen wir hier unsere Stellungnahme, die wir am 10.04.17 an die Medienagentur geschickt haben:

„Zunächst möchten wir kurz auf die Struktur der Berliner Tafel e.V. eingehen; die Berliner Tafel besteht aus drei Säulen:

1) Klassik (Belieferung von rund 300 sozialen Einrichtungen mit Lebensmitteln)

2) LAIB und SEELE, eine Aktion der Berliner Tafel, der Kirchen und des rbb (berlinweite Lebensmittelausgabe an monatlich rund 50.000 Bedürftige in insgesamt 45 Ausgabestellen)

3) KIMBA (Kinder- und Jugendbereich mit dem Schwerpunkt Ernährungsbildung)

Im Bereich LAIB und SEELE haben sich alle beteiligten Ausgabestellen auf gemeinsame Leitlinien verständigt (anbei). Jede Ausgabestelle organisiert sich eigenständig, das Hausrecht für die einzelnen Stellen liegt bei den jeweiligen Kirchengemeinden.

Die Berliner Tafel unterstützt alle Ausgabestellen durch ein hausinternes Koordinationsbüro. Viele Ausgabestellen erhalten Lebensmittellieferungen von der Berliner Tafel, einige organisieren die Lieferungen autark und nur mithilfe von Händler*innen in ihrer Nachbarschaft. Daneben gibt es einen LAIB und SEELE-Beirat, in dem Vertreter der Ausgabestellen sitzen. Dieser Beirat besucht die Ausgabestellen, unterstützt, überprüft die Einhaltung der Leitlinien und untersucht gegebenenfalls auch Vorwürfe und Anschuldigungen.

Diese Untersuchungen würden wir auch gerne im Fall der von Ihnen aufgelisteten Punkte durchführen, müssten dafür aber wissen, auf welche Ausgabestelle sich die Vorwürfe beziehen. So bleibt uns bei dem derzeitigen Kenntnisstand nur die Möglichkeit, allgemein und grundsätzlich zu antworten.

Die Arbeit in den 45 LAIB und SEELE-Ausgabestellen erfolgt ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Insgesamt organisieren rund 1300 Ehrenamtliche die Lebensmittelausgabe an Bedürftige, die in der Regel einmal wöchentlich erfolgt. Ein Teil der Ehrenamtlichen hat aufgrund eigener Bedürftigkeit (Hartz IV, Grundsicherung o.ä.) selber das Recht auf den Erhalt von Lebensmitteln.

Wir hatten in den 12 Jahren des Bestehens von LAIB und SEELE schon einige Male die Situation, dass Außenstehende den Eindruck hatten, Ehrenamtliche würden sich unrechtmäßig an den Lebensmitteln bereichern. Bei genauer Prüfung hat sich aber meist herausgestellt, dass sie aufgrund eigener Bedürftigkeit rechtmäßig und eine angemessene Menge von Lebensmitteln erhalten haben. Auch gab es bereits Fälle, in denen Streit unter Ehrenamtlichen oder Missgunst zu falschen Verdächtigungen geführt haben. In den Fällen, in denen sich Anschuldigungen als berechtigt herausgestellt haben, haben sich die Ausgabestellen nach unserer Kenntnis von den betreffenden Mitarbeiter*innen getrennt.

Bezugnehmend auf die von Ihnen genannten Vorwürfe möchten wir nochmal um die Nennung der betreffenden Ausgabestelle bitten. Nur dann haben auch wir die Möglichkeit, eventuellen Missständen nachzugehen und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen. Sowohl die Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth als auch ich [Antje Trölsch/Geschäftsführerin und Pressesprecherin der Berliner Tafel] sind hierzu gerne bereit. Die Klärung der von Ihnen genannten Punkte liegt auch sehr in unserem Interesse. 

Darüber hinaus bitten wir Sie, bei der Berichterstattung nicht nur die Beschwerdeführer zu Wort kommen zu lassen, sondern alle Betroffenen. Das umfasst auch die entsprechende Kirchengemeinde.“

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